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BODYLOVE PROJEKT, UND KOLLEKTIVES (FAST)NACKTSEIN

Silvana Denker, selbst ein Plus Size Model und Fotografin hat eine wirklich tolle Kampagne namens Bodylove ins Leben gerufen, und ich durfte in der Ausgabe Wien dabei sein. Wie es sich anfühlt nur in Unterwäsche bei 6 Grad mitten in der Stadt herum zu laufen und was ich dabei alles gelernt hab..

Für genau solche Begebenheiten liebe ich Internet wirklich, denn es hilft die BodyPositivity Szene zusammen zu halten und schafft Möglichkeit sich darin mit Anderen auszutauschen. Ich hatte Silvanas Projekt schon länger verfolgt: sie reist in diverse Städte, erst war Deutschland dran und nun breitet es sich immer weiter aus, um dort die Vielfalt der Körper festzuhalten. Was mir besonders gut gefallen hat war dass es wirklich ganz unterschiedliche Formen und Menschen waren bisher und Dicke genauso wie Dünne mitmachen können.

Das werde ich nie niemals vergessen: den Moment als wir uns auf einer der größten Einkaufsstraßen Wiens, im dichtesten Touristenviertel bis auf die Unterwäsche auszogen. Im Prinzip hatten wir auch nicht weniger an als zum Beispiel im Sommer im Bad aber es war doch schon spezieller als ich dachte und ich plötzlich schüchtener als angenommen. Für mich war nie die Frage ob ich mitmache oder nicht. Ich bin mitlerweile gut mit meinem Körper, ich weiss was ich an ihm besonders mag und ich weiss auch was mich manchmal nervt. Ausserdem habe ich gelernt dass die Ausstrahlung entscheidender ist als die Anzahl der Kilos. Ich war schonmal mehr auf der Waage und ich war schonmal weniger, so oder so wurde nie so gut (und ich meine damit eigentlich nicht mehr als einfach normal) auf meinen Körper reagiert, wie in den letzten Jahren und Monaten in denen wir immer mehr zum Team wurden. So war es auch hier, wildfremde (vorallem) Frauen haben uns applaudiert, zugerufen, wollten Bilder mit uns es war wirklich großartig!

Ich glaube dass nicht alle, aber doch einige, der anderen Models an dem Tag diese Reise schon hinter sich hatten und daher fand ich es besonders toll wieviel Support und Selbstbewusstsein so ein Shooting geben kann. Zusammen waren wir eine Wand an starken Frauen die wissen was sie wollen und es sich holen.
Allein die Reaktionen anderer Frauen auf der Straße und auch auf Instagram wo ich das Bild heute Nacht gepostet hatte zeigen mir dass so eine Aktion Sinn macht, mut gibt, und vorallem: Sichtbar macht.

Es gibt uns nämlich und zwar in Vielzahl: „die“ dicke/fette/kurvige/plusssize Frau die Lust auf Mode, ihren eigenen Körper und Inszenierung hat und ihren meistens steinigen Weg dort hin gemeistert.

Ich habe nämlich auch bemerkt wie ähnlich die Erfahrungen doch sind die dicke Frauen in ihrem Leben und meist schon in der Kindheit und Schulzeit machen müssen. Mobbing, Demütigungen, Herabblicken, sich ausgeschlossen fühlen und es auch sein, das Gefühl nie genug und nie okay zu sein wie man ist weil immer etwas fehlt.
Das Problem ist es fängt vielleicht mit dem Gewicht an, aber die Unsicherheit und Scham breitet sich aus, so sehr dass sie auch dann bleibt wenn die Kilos auf eine vermeidlich gesellschaftlich bessere Anzahl abfallen.
Mein Gewicht und grundsätzlich mein Aussehen haben dazu beigetragen das Schule, und das begann bereits in der Volk – bzw Grundschule, für mich eine reine Qual war und im Endeffekt abgebrochen wurde. Dieses immer auf den Körper reduziert werden und das falsche Rückschlüsse ziehen a la „faul, dumm, unbeliebt, nicht schön, ..“ müssen vorallem Mädchen ertragen. Mein Ziel wäre nicht dass Männer und Jungs das auch müssen (aber leider erkenne ich einen Trend in diese Richtung), sondern dass der weibliche Körper etwas weniger Thema wird und wenn, auf eine respektvollere Art und Weise.

Ich bin mir sicher wenn die 13 jährige Ina schon solche Aktionen gesehn hätte, gewusst hätte dass sich da irgendwann ganz langsam was tut – das hätte mir geholfen.

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